Die Kunst spiegelt seit je her den Stand einer Zivilisation wieder. Vom Grad der Komplexität der Kunst einer Epoche kann man schließen auf den Fortschritt der Entwicklung: So weisen Hochkulturen wesentlich vielseitigere und ausgetüfteltere Kunstformen auf. Vor allem die Kunst des Altertums übt schon immer eine gewaltige Faszination auf Kunsthistoriker und Liebhaber aus.
Doch bereits beim Begriff „Kunst des Altertums“ beginnen die Schwierigkeiten. Der Begriff des Altertums bezeichnet ein weites Feld – dementsprechend umschließt die Kunst des Altertums mehrere Jahrhunderte, ja Jahrtausende der Kunst- und Zivilisationsgeschichte eines sehr großen geographischen Gebiets. Denn das Altertum beginnt für die Geschichtswissenschaft in der Regel bei den mediterran-vorderasiatischen Zivilisationen, die circa im vierten Jahrtausend vor Christi aufblühten, und endet zu Beginn des Mittelalters – im sechsten oder siebten Jahrhundert nach Christi. Die Kunst des Altertums lässt sich also nicht genau definieren – wer wissen will, worum es sich bei der Kunst des Altertums wirklich handelt, muss tiefer in die Materie eindringen.
Die Kunst des Altertums umfasst also die Kunst der Antike, also des griechisch-römischen Altertums, ebenso wie die Kunst der altorientalischen Reiche in Vorderasien, zum Beispiel Mesopotamien, das Iranische Hochland und Ägypten. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist die Kunst des Altertums, wenn man diesen Begriff benutzen möchte, ungeheuer vielschichtig und abwechslungsreich.
Ägypten
Gerade die altägyptische Kunst findet in der Kunst des Altertums besonders viele Liebhaber. Malerei und Reliefkunst, aber auch Plastik und Architektur umfasst diese Strömung der Kunst des Altertums. Um 3000 vor Christus begann sich die altägyptische Kunst zu formen und es prägten sich in dieser Zeit Stilelemente aus, die in den kommenden drei Jahrtausenden richtunggebend für die Kunst des Altertums in Ägypten sein sollten. Nicht zuletzt deshalb fällt es heute auch Laien nicht schwer, ein Kunstwerk der Epoche der altägyptischen Kunst zuzuordnen. Kennzeichnend für die Kunst des Altertums in Ägypten sind die fehlenden perspektivischen Darstellungen. So wirken die Gemälde meist wie auf eine einzige Darstellungsebene reduziert. Gegenstände und Personen überlappen sich in der Kunst des Altertums in Ägypten für gewöhnlich nicht und ein Bild kann durchaus mehrere Sichtwinkel auf ein und das gleichen Motiv beinhalten. Ein weiteres Merkmal der ägyptischen Kunst des Altertums ist die Integration von Schrift und Bild: In die meisten Bilder waren aufwendig ausgeführte Hieroglyphen integriert, die auf den modernen Betrachter wirken wie eigene kleine Bilder.
Die ägyptische Kunst des Altertums blieb erstaunlich geschlossen: In der Kunst des Altertums in Ägypten sind kaum Stilelemente aus anderen Ländern und Kulturen auszumachen. Erst als die Ptolemäer um 330 vor Christus an die Herrschaft kamen, flossen erste griechische Strömungen in die Kunst des Altertums in Ägypten. Denn auch in Griechenland hatte sich eine ganz eigene Kunst des Altertums entwickelt – die Kunst der Antike. Griechenlands Kunst des Altertums wird deshalb heute als die Wiege der abendländischen Kunst bezeichnet, denn für die kommenden Jahrhunderte sollten die Maßstäbe und ästhetischen Ideale der griechischen Kunst des Altertums zum Vorbild für den gesamten Kontinent werden. Die komplizierten Säulenordnungen und die Figuren der griechischen Tempel sowie die Statuen und Götterbilder, denen in der griechischen Kunst des Altertums eine große Bedeutung zukam, wurden zum Maßstab für Künstler in ganz Europa.
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