Bildhauerei

Bildhauerei: Seit Jahrtausenden Bestandteil der Kunstgeschichte

Gepostet von Gogh am Mrz 17, 2011 in Bildhauerei | 3 Kommentare

Artikel beschäftigt sich mit der BildhauereiDie Bildhauerei ist seit eh und je eine der wichtigsten Techniken der Kunstgeschichte. Schon aus der Antike sind beeindruckende Skulpturen erhalten, in denen die alten Griechen all ihr Können in Sachen Bildhauerei bewiesen. Bis heute begeistern Werke der Bildhauerei die Kunstliebhaber. Heute ist der Begriff der Bildhauerei allerdings etwas weiter gefasst als nur das klassische Figurenklopfen aus Stein, das in der alltäglichen Umgangssprache darunter verstanden wird. Bildhauerei bezeichnet heute allgemein die dreidimensionale Kunst. Dazu gehören auch Reliefs und Plastiken.

Die Bildhauerei wird demzufolge in zwei grundlegende Techniken unterschieden: Die subtraktive Bildhauerei entfernt etwas – zum Beispiel alles an einem Steinklotz, was nicht nach der Figur aussieht, die der Bildhauer gerne erstellen möchte. Wichtige Materialien dieser Form der Bildhauerei sind zum Beispiel Marmor, Sandstein oder Holz. Die additive Bildhauerei dagegen arbeitet mit Ton oder Gips und formt daraus Dinge, oder trägt sie an Flächen oder andere Materialien an. Die Objektkunst, eine wichtige Strömung der modernen und zeitgenössischen Kunst, wird ebenfalls der Bildhauerei zugerechnet. Hier werden verschiedenste Materialien zu einem dreidimensionalen Kunstwerk zusammengefügt. Eine der wichtigen Techniken dieser besonderen Kategorie der Bildhauerei ist die sogenannte Assemblage: Dieser Begriff bezeichnet Collagen mit plastischen Objekten, die auf einer Platte oder Fläche angebracht werden. Hier konzentriert sich die Bildhauerei auf das Relief statt auf eine vollständige Figur.

Die Steinbildhauerei

Eine der ältesten Formen der Bildhauerei ist wohl die Steinbildhauerei. Stein ist eines der grundlegendsten Materialen der Bildhauerei. Man erinnere sich einmal an die berühmte Venus von Willendorf, eine Skulptur aus der Altsteinzeit – 25 000 vor Christus ist sie entstanden, und auch sie ist der Bildhauerei zuzuordnen und besteht aus Kalkstein. Auch mit dem sogenannten Löwenmenschen von Hohlenstein-Stadel, einer 28 Zentimeter großen Skulptur, die auf 35 000 vor Christus datiert wird und damit das älteste bekannte Kunstwerk darstellt, lässt sich wohl einwandfrei nachweisen, dass die Bildhauerei den Menschen in seiner Kulturgeschichte schon immer begleitet. Auch der berühmte Michelangelo gehört zu den Meistern der Bildhauerei mit Stein. Von ihm stammt auch die Aussage, der Stein berge die Form umschlossen in sich, aber er gebe die Skulptur nicht freiwillig her. Kein Wunder: Schließlich dauert es schier unendlich, bis aus einem Klotz Stein dank der Bildhauerei eine Skulptur wird.

Die berühmteste Skulptur

Die berühmteste Skulptur in der Geschichte der Bildhauerei ist wohl Michelangelos David. Eine Kopie des Davids kann auf der Piazza della Signoria in Florenz bewundert werden, das Original steht ein paar Blöcke weiter in der Galleria dell’Accademia. Jedes Jahr strömen Scharen von Touristen aus aller Welt hierher, um den David zu bewundern, den sein Glanz überstrahlt die Bildhauerei. Hinter dieser Figur soll aber sogar ein politisches Statement stecken, doch das mag vielleicht auch eine der Legenden der Kunstgeschichte sein: Denn der anders als die meisten Darstellungen von David in der Bildhauerei, die den Jüngling nach dem Kampf mit dem Riesen Goliath zeigen, stellt Michelangelo seinen David ganz entspannt vor dem Kampf dar. Damit ist der David zum Wahrzeichen der freien Bürger von Florenz geworden, die sich dem Kampf gegen das herrschende Geschlecht der Medici verschrieben hatten. Dieser Kampf war allerdings weniger siegreich als Davids gegen Goliath: 1494 vertrieben, kehrten die Medici schon 1512 nach Florenz zurück. Glücklicherweise blieb der David der Bildhauerei aber erhalten.

Picture: Uwe Landgraf – Fotolia

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