Malerei: Die wichtigste Gattung der Kunst
Malerei, Architektur, Bildhauerei, Grafik und Zeichnung – das sind die wichtigsten Gattungen der Bildenden Kunst. Mit Fug und Recht darf wohl behauptet werden, dass die Malerei zu den wichtigsten Gattungen darunter zählt. Die ältesten Zeugnisse dafür sind die Höhlenmalereien aus der letzten Eiszeit, in denen die Tiere und Menschen der damaligen Zeit dargestellt werden. Seitdem begleitet die Malerei den Menschen in seiner Kultur- und Zivilisationsgeschichte.
Erstes Vorkommen von Malerei
Zwischen 35 000 und 10 000 Jahre sind ist Malerei in den Höhlen alt – Rinder, Hirsche und Pferde bedecken die steinigen Wände. Zeugnisse dieser ersten Malerei wurden sowohl in Afrika als auch in Asien und Australien entdeckt. Damit scheint die Kunst oder zumindest der Wunsch, etwas darzustellen und zu hinterlassen, eine für den Menschen natürliche Sache zu sein. In Europa wurde bedeutende Malerei in den Höhlen vor allen Dingen in Spanien und Frankreich, aber auch in der Türkei gefunden.
Die Malerei gewinnt an Bedeutung
Im Altertum, vor allem im Orient und im alten Ägypten, nahm die Malerei ebenfalls einen äußerst wichtigen Stellenwert ein. Vor allem die Wandmalerei war sehr bedeutend: Mit Malerei wurden die Wände in Grabkapellen und Särgen geschmückt. Zu sehen waren hier die Familie des Bestatteten und seine Besitztümer – damit der Grabherr all dies auch im Jenseits nicht vermissen musste. Auch in Privathäusern scheint es bemalte Wände gegeben zu haben, allerdings sind diese weniger gut erhalten. Der Malerei des Altertums war die Perspektive allerdings fremd – flächige Darstellungen dominieren. Aus dem alten Ägypten kennt man Beispiele der Malerei, bei denen die Figuren auf Standlinien angeordnet sind.
Griechenland & Italien
Auch die alten Griechen und Römer rechneten der Malerei eine große Bedeutung bei. Für die Griechen war die Malerei eine Erfindung der Götter. Obwohl die Malerei im alten Griechenland einen höheren Stellenwert hatte als die Bildhauerei, bringen wir heute vor allem kunstvoll aus Stein gehauene Skulpturen mit den Griechen in Erinnerung. Das liegt daran, dass sie vor allem Holz verwendeten, um darauf zu malen – deshalb ist heute nur wenig der griechischen Malerei erhalten. Von der römischen Malerei dagegen ist mehr bekannt, denn auch die Römer brachten Kunstwerke der Wandmalerei hervor, die man bis heute bewundern kann.
Die Malerei in Europa während des Mittelalters
Das Mittelalter brachte in Europa schließlich vor allem christliche Beispiele der Malerei hervor. Die Kirchen wurden durch prachtvolle Wandmalereien geschmückt, und auch Vignetten von Büchern stellen Höhepunkte der mittelalterlichen Malerei dar. Die Buchmalerei wurde zu einer der wichtigsten „Branchen“ der Kunst. Zum ersten Mal wurde auch auf Leinwände gemalt, was die Lebenszeit der Gemälde wesentlich verlängerte. Die Malerei erlebte im Mittelalter zum ersten Mal eine breite Palette an Sujets: Neben Portraits von Adeligen und Königen waren vor allem Landschaftsbilder und Stillleben berühmt. Dieser Trend der Malerei sollte sich bis in die Renaissance erhalten, die vor allem auf die Malerei mit Ölfarben setzte. Als Motive verwendeten die Maler der Renaissance häufig Allegorien, die eine tiefere Moral enthielten. Es herrschten in der Malerei strenge Vorschriften, was Anatomie und Perspektive anbelangte – alles musste so naturgetreu wie möglich dargestellt werden. Seit dem Aufkommen der Fotografie allerdings ging dieser Anspruch der Malerei verloren. Heute gibt es kaum mehr Vorschriften für die Malerei – in der zeitgenössischen Kunst ist alles möglich.
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MehrDie Kunst der Renaissance: Ein Hoch auf die Antike!
Zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts kamen die Dinge in ganz Europa ins Rollen – die Renaissance hatte begonnen. Radikal veränderten sich Philosophie und Literatur, Musik und die Bildenden Künste. Die Renaissance setzte neue Schwerpunkte in Wissenschaft und Gesellschaft und strebte vor allem nach einem: Freiheit des Individuums und der Befreiung vom mittelalterlichen Ständewesen, das die Gesellschaft in starre Strukturen einteilte.
Einflüsse und Themenschwerpunkte
Kein Wunder also, dass auch die Kunst der Renaissance ganz andere Akzente setzt als die der vorangegangenen Epochen. Die Kunst der Renaissance stand unter dem großen Einfluss der Antike – die damaligen Künstler besannen sich auf die Jahrtausende alten ästhetischen Ideale der alten Griechen und Römer und erschlossen sich für die Kunst der Renaissance die Kunstgeschichte der Antike neu. Im 15. Jahrhundert kam zur künstlerischen Beschäftigung ein weiterer Themenschwerpunkt der Kunst der Renaissance dazu: Nun setzten sich die Künstler intensiv mit der Natur auseinander, malten Landschaftsbilder und versuchten, so naturgetreu wie möglich abzubilden, was sie sahen. Für die Kunst der Renaissance hingen die antiken Kunstwerke eng mit dem neu aufkommenden Naturalismus zusammen, denn laut ihrer Auffassung war es seit der Antike niemandem mehr gelungen, einer naturgemäßen Darstellung so nahe zu kommen. Das Ziel der Kunst der Renaissance wurde es, die antiken Meister in ihren künstlerischen Fähigkeiten noch zu übertreffen.
Wie in der Antike entwickelte auch die Kunst der Renaissance sehr strikte Vorstellungen vom Konzept der Schönheit. Künstler in der Kunst der Renaissance sollten das Wesen der Schönheit darstellen – dazu mussten in Malerei und Bildhauerei strenge Proportionen eingehalten werden. Vor allem der idealschöne Mensch war ein wichtiges Thema der Kunst der Renaissance, weshalb uns bis heute unzählige Portraits aus der Kunst der Renaissance erhalten sind.
Italien
Als Hochburg der Kunst der Renaissance muss man Italien nennen. In der Hochrenaissance, die eine kurze Phase vom Ende des 15. Jahrhunderts bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts bezeichnet, wurde Rom zum Zentrum der Kunst. Leonard da Vinci malte das „Abendmahl“ und die „Mona Lisa“, Raffaels „Sixtinische Madonna“ entstand und Michelangelo kreierte Skulpturen, die bis heute einen Höhepunkt der Kunst der Renaissance markieren. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts dauerte die Spätrenaissance, von der Kunstgeschichte auch Manierismus genannt. Diese Epoche der Kunst der Renaissance ist gekennzeichnet durch verschiedene Merkmale, dessen herausragendstes wohl die übertriebene Darstellung von Raumfluchen und heftigen Bewegungen ist. Der Bildhauer Giovanni da Bologna brachte den Manierismus mit seiner Skulptur „Raub der Sabinerin“ auf den Punkt. Sich windende Körper und heftige Drehungen sind kennzeichnende Merkmale dieser Form der Kunst der Renaissance.
Auch außerhalb Italiens entwickelte sich die Kunst der Renaissance, allerdings mit einer langsameren Geschwindigkeit. Während sich die Kunst der Renaissance in Italien am ehesten bemerkbar machte und sich stark auf Malerei, Bildhauerei und Architektur auswirkte, setzte sie in den nördlicheren Gefilden des Kontinents erst um 1500 ein. Die Kunst der Renaissance beeinflusste außerhalb Italiens weniger die Malerei als die Architektur und vermischte sich vor allem in Frankreich und Deutschland mit den bereits vorherrschenden, nationalen Stilen der Kunst.
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